Bevor ich dir meine Erfahrungen und Erkenntnisse über die Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung von Live-Online-Trainingskursen schildere, lasse ich schon einmal vorab eine von 10 TeilnehmerInnen meines Train-the-Trainer 1 Live-Online-Trainingskurses für die NCP-Academy zu Wort kommen:

Marie Horniecka, Technology Centre CAS, Czech Republic

“You will definitely not get bored during the TTT1 Live-Online-Training Course as this training goes beyond the usual format of E-learning! It is full of interactive exercises, where participants are asked for opinions, comments or to fill in a quiz. Theoretical parts are interwoven by practical examples in order to imagine easier how the brain works and how to use this knowledge in practice. In addition, you are motivated to do a little home study to complete a teamwork which you later present to other participants. All this in a very simple and effective way. I think this Live-Online-Training Course provided a solid ground for us to challenge the old-fashioned practices of trainings, to implement new training methods and to get some fresh inspiration.”

Wie du ja bestimmt (aufgrund des einen oder anderen Promo-Mailings und der neuen Webseite dazu mitbekommen hast  🙂  bin ich jetzt offiziell im Online Trainingsgeschäft.

In meinem letzten Blogartikel unter dem Titel „Ich bin dann mal offline! Oder?“  habe ich ja bereits meine Gedanken zum ambivalenten Dasein zwischen „online sein“ und auch mal „abschalten“ dargelegt.

Wie kam ich nun aber eigentlich überhaupt auf eine derart verwegene Idee? Schon im Jahr 2015 gönnte ich mir ein exzellentes Individualtraining zum Thema „Online-Moderation“ durch Bettina Kerschbaumer-Schramek, um bei diesem Thema nicht völlig unbedarft zu sein. Tatsächlicher Auslöser war dann jedoch die Anfrage der NCP-Academy, mein Train-the-Trainer Seminar zu ver-on-linen. Mit gewisser Skepsis begab ich mich mal auf die Suche nach Weiterbildung zum Thema „Webinare“ und wurde bei Sabine Piarry fündig. So absolvierte ich 9 Online-Einheiten im Frühsommer 2016, um mir die Basics anzueignen und entwickelte als „Hausübung“ die Train-the-Trainer „Live-Online-Trainings“  [1] für die NCP Academy sowie parallel dazu auch gleich meine höchsteigene interaktive Live-Online-Trainingsreihe „Workshop-Moderation“. Sabine empfahl zusätzlich noch Katja Königstein, die mich in die Möglichkeiten, Geheimnisse und Raffinessen von Adobe Connect einführte und mich in der interaktiven Gestaltung von Live-Online-Trainings coachte. An dieser Stelle vielen Dank an alle, da ich ohne sie nie den Mut gehabt hätte, mich darauf einzulassen.

Auch einem Buch habe ich viel Inspiration und Sicherheit zu verdanken: 150 kreative Webinar-Methoden von Zamyat M. Klein.

Glücklicherweise durfte ich den ersten Versuchsballon gemeinsam mit der DLR starten, die das technische Handling übernahmen. Was für eine unglaubliche Erleichterung! Ohne die nachstehenden Personen wäre ich aufgeschmissen gewesen, denn allein die inhaltliche Durchführung forderte mich ungemein. Vielen Dank, ihr Lieben!!! Von ihnen gibt es weiter unten noch einen Spezialbericht zum technischen Handling.

Ich darf gar nicht daran denken, wie viele Stunden ich in die Vorbereitung von 4 jeweils 1,5 – 2 stündigen interaktive Live-Online-Trainings investiert habe!!

An dieser Stelle kannst du nun gerne raten und dabei mein Buch „Blühende Workshops und Trainings mit Erfolgsgarantie“ gewinnen. Schicke dafür bis spätestens 12. Mai ein e-mail an birgit.baumann@businessmind.at mit deiner Stundenschätzung!

 Doch lies erst mal weiter, damit dir die Schätzaufgabe leichter fällt!

Was gilt es nun also für so ein Live-Online-Training alles vorzubereiten?

Also, die Foliengestaltung ist völlig anders, und diesen Faktor hatte ich völlig unterschätzt. Ich dachte: „Mensch, ist ja kein Thema! Du hast ja eh noch deine Neuro-Didaktik Folien. Die adaptierst du ein bisschen und die Sache hat sich!“ Weit gefehlt! In der virtuellen Welt muss man noch mehr mit Bildern arbeiten als im On-Site Training, und das zog einen Rattenschwanz an Arbeit nach sich: Bilder suchen (glücklicherweise gibt es zahlreiche gut bestückte, kostenfreie online Bilderdatenbanken), die Texte adaptieren, die Botschaften noch präziser formulieren. Warum? Im Onsite Training kannst du die Inhalte natürlich leichter und anschaulicher darstellen, da du ja zusätzlich durch deine Körpersprache das Gesagte unbewusst unterstreichen kannst. Das geht im Online Training nicht. Zudem ist im Onsite Training dein Zeitkorsett meist lockerer und flexibler. Im Online Training ist alles genauestens durchgetaktet, wenn du im Zeitrahmen bleiben möchtest (was ich generell für sinnvoll erachte 🙂 ), womit wir beim nächsten Punkt wären:

Der Detailablauf: für die Live-Online-Trainings hatte ich meine ohnehin schon detaillierte Planung nochmals verfeinert, da ja immer die spezifischen Angaben für das technische Handling dabei stehen mussten, bis hin zu einzelnen Sätzen bzw. Fragen, die im Online-Tool seitens der DLR vorzubereiten waren. Für mich bedeutete das ein völliges Umdenken, da die Flexibilität wirklich eingeschränkt ist. In Onsite-Trainings agiere ich nach folgendem Motto: „Bereite profund und detailliert vor, damit du im Seminar selbst mit größtmöglicher Flexibilität agieren kannst“. Diese Flexibilität sehe ich im Live-Online-Training weniger.  Aber vielleicht bin dafür – nach 4 Modulen – auch noch zu unerfahren. 🙂

Und da kommt schon der nächste Punkt ins Spiel: um die 1,5 Stunden auch wirklich gut takten zu können und um in der Zeit zu sein, bedurfte es detaillierter Absprachen mit der Technik. Die Details dazu erfährst du nachstehend direkt von der DLR .

Hab ich schon erwähnt, dass es sich um ein internationales Train-the-Trainer 1 Live-Online-Training in 4 Modulen mit 10 TeilnehmerInnen aus 10 europäischen Staaten handelte (siehe nachstehende Verteilung)?

Was ist noch nicht erwähnt habe, sind die Inhalte, die dabei vermittelt bzw. erarbeitet wurden:

  • Role and mind set of the trainer
  • Basics of neuro didactics: How can you learn fast and retain the knowledge for a long time?
  • Seminar methods
  • Training course design: You design your own NCP training courses and develop a draft seminar plan!

 

Die Details zum Programm findest du auf der Homepage der NCP-Academy.

Wie schon angesprochen, sollte das Ganze höchst interaktiv werden. Ich kann schlecht über Neuro-Didaktik sprechen, und dann nichts davon selbst machen, oder? Also bekamen die TeilnehmerInnen Hausübungen, die sie im Tandem oder als kleine Arbeitsgruppe vorbereiten und beim jeweils nächsten Modul präsentieren sollten.

Die detaillierte Planung bezog sich übrigens auch auf die TeilnehmerInnen. Sie erhielten ca. 3 Wochen vor dem 1. Modul einen Plan, aus dem ersichtlich wurde, mit wem sie wann zusammenarbeiten sollten und wann die Termine für die Abgabe der Hausübungen waren. Dies war insbesondere wegen des sehr engen zeitlichen Rahmens notwendig: Freitag, von 11:00 bis 12:30 (ein Mal bis 13:00 Uhr) fanden die Online-Trainings statt. Donnerstags darauf, 12:00 Uhr, mussten die Hausübungen in meiner Mailbox gelandet sein, damit auch ich noch etwas Zeit hatte, sie anzuschauen, und das Programm für den nächsten Tag zu fine-tunen und Feedbacks vorzubereiten.

Beim 1. Modul erhielten sie die Aufgabe, sich in Tandems verschiedene Fragen zu Trainings zu überlegen, wie z. B. die Rolle von TrainerInnen, das Mindset; gute Trainingsräume und Equipment, etc. Jedes Tandem hatte dann beim folgenden Modul 3 Minuten Zeit, ihre Ergebnisse zu präsentieren.

Eine ähnliche Vorgangsweise wählte ich beim 2. Modul: Hier bekamen die Tandems die Aufgabe, verschiedene Trainingsmethoden, die im Handout beschrieben waren, aufzubereiten und auch schon zu überlegen, in welchen Trainings sie diese anwenden könnten.

Die letzte Hausübung gab es beim 3. Modul: Diesmal gab es Arbeitsgruppen von 2 – 3 Personen, die gemeinsam ein Trainingsdesign erstellten. Die Gruppen hatte ich nach Interesse an Trainingsthemen zusammengestellt.

Und nun Hochachtung vor der Disziplin aller TeilnehmerInnen! Die Hausübungen waren zu 95 % mehr als pünktlich in meiner Mailbox, und das noch dazu in kreativer und hochwertiger Qualität! Chapeau! Und genau dieser Punkt erwies sich der schwierigste für die TeilnehmerInnen: Termine abstimmen und auch wirklich einhalten.

Zudem beinhaltete die Train-the-Trainer 1 Live-Online-Trainingsreihe folgende interaktive Elemente:

  • Vorstellung der TeilnehmerInnen mit kreativen Fragestellung und Bild (s. oben)
  • Zeichnen auf Whiteboard, um die Position von TrainerInnen zum Unterschied zu ModeratorInnen herauszuarbeiten
  • Quiz zu Fragen der Funktion des menschlichen Gehirns
  • Kurzes Arbeiten in Gruppenräumen
  • Chats, Chats, Chats, z. B. zu Fragen des Transfer in die Praxis der TeilnehmerInnen
  • Kurze Yoga-Übungen zum Auflockern

 

Insgesamt war es eine spannende Erfahrung, aber – ehrlich – ich war auch ziemlich froh, als die 4 Module dann vorbei waren, denn auch für mich waren die Module sehr eng getaktet und ich war nach jedem Modul total erledigt, wobei dies noch ein harmloser Ausdruck ist. Aber vielleicht ginge es das nächste Mal schon lockerer und entspannter. 🙂

Und nun kannst du noch lesen, wie das technische Handling aus Sicht der DLR abgelaufen ist:

Wir haben das Training im Rahmen der NCP Academy – einem großen EU-Netzwerk Projekt – organisiert. Warum haben wir uns für die Online-Variante des Trainings entschieden? Online Trainings haben – zumindest auf dem Papier – den Vorteil Geld und Zeit der TrainerInnen und der TeilnehmerInnen zu sparen. Und es kommen auch InteressentInnen aus entfernteren Regionen zum Zug, die man mit Präsenz-Trainings möglicherweise nicht erreicht hätte. Es ist abzusehen, dass immer mehr Trainings online stattfinden werden. Daher ist es für uns spannend mehr Expertise darin zu erarbeiten. 

Wir haben in den letzten Jahren viel Erfahrung mit Webinaren gesammelt. Ein mehrteiliger Online-Trainings-Kurs war aber auch für uns „Neuland“. Unsere Aufgabe war das TeilnehmerInnen-Management und alles Technische rund um das Online-Training.

Zum Kurs haben wir daher auch zunächst nur 10 Personen zugelassen – eigentlich eine recht kleine Gruppe. Am Ende zeigte sich aber, dass der technische und organisatorische Aufwand ziemlich hoch war und sicherlich mit einer größeren Gruppe noch gewachsen wäre. 

Denn: vieles ist in einem Online Training mit mehreren Modulen anders als bei einem einfachen Webinar. Beispielsweise bekommen die TeilnehmerInnen Sprechrechte und nutzen die Möglichkeiten der Software intensiver. 

Den Kurs haben wir mit Adobe Connect realisiert. Für die technische Betreuung über die 4 Termine waren insgesamt 6 Personen involviert. Wir haben uns so eingeteilt, dass immer zwei KollegInnen ein Modul unterstützt haben.

Für ein Online-Training ist es wichtig, dass bei allen TeilnehmerInnen Mikrofon und Kopfhörer funktionieren. Das hört sich trivial an – ist es aber immer noch nicht. Dass alle TeilnehmerInnen mit einem guten Headset arbeiten, sollte eigentlich klar sein. Aber eine entsprechende Online-Meeting Etikette hat sich immer noch nicht überall durchgesetzt. Wir haben im Vorfeld des ersten Trainings allen TeilnehmerInnen angeboten, einen individuellen Technik-Check zu machen. In dem Check haben wir die Einstellung der Headsets geprüft und in die Funktionalitäten der Software eingeführt. Trotzdem hat während der Trainings nicht immer alles reibungslos geklappt was das Hören und gehört werden anbelangt. Es lohnt sich also, hier viel Zeit zu investieren und auf jeden Fall vor jedem Training – zusätzlich zu dem individuellen Check – mindestens 15 Minuten Zeit für einen Technik und Sound-Check einzuplanen.

Birgits detaillierte Planung für jedes Modul war auch für uns sehr hilfreich. Wir haben die Planung im Vorfeld gemeinsam mit Ihr besprochen und diskutiert wann welches Tool – Präsentation, Umfrage, Whiteboard, Breakout-Rooms – zum Einsatz kommt. Und wir haben festgelegt wer wann spricht und welche Rechte wann für die TeilnehmerInnen freigeschaltet werden (z. B. Präsentieren, Freischaltung der Kamera und Mikrofon). Das Ganze ähnelte einem detaillierten Regieplan mit genauen Zeitangaben. Durch diese intensive Vorbereitung machten die Trainings laut den TeilnehmerInnen einen professionellen Eindruck – der Aufwand lohnt sich also.  

Wenn man alle Kosten bedenkt (also auch die Reisekosten der TeilnehmerInnen), ist ein Online Kurs immer noch günstiger, als ein Präsenztraining. Allerdings fällt der Unterschied nicht so gewaltig aus, wie bei einem einfachen Online-Meeting oder einem Webinar. Allerdings gab es auch die Rückmeldung von einigen TeilnehmerInnen, dass man das Erlernte in der Zeit zwischen den Modulen reflektiert und dann zum nächsten Modul noch einmal wiederholt. Insgesamt sei zumindest dieser Lerneffekt intensiver als bei einem Präsenzseminar. Wir werden weiterhin Online-Trainings anbieten und mit den tollen Möglichkeiten experimentieren – beim nächsten Mal ist der Aufwand sicher auch etwas geringer.  

 

Liebe KollegInnen der DLR: Nochmals vielen Dank für eure Unterstützung und euren Erfahrungsbericht!

Abschließend noch zwei Testimonials von zwei anderen Teilnehmerinnen, die zudem bei Onsite Train-the-Trainer 1 Seminaren dabei waren:

Vanja Malašić von der „Agency for Mobility and EU Programmes in Kroatien“absolvierte kurz später das TTT1 Seminar in Dubrovnik (7/8 April 2017), und beschreibt in ihrem Testimonial auch den Unterschied:

“I had an excellent opportunity to attend both Train the Trainer Live-Online-Training course and shortly afterwards the Train the Trainer on-site seminar by Birgit Baumann. The Live-Online-Training was a great introduction to the on-site training session and as a 4 weeks course it gave participants plenty of time for more in depth preparation of homework and reflection between sessions. On the other hand, the on-site training allowed for inspiring group work and discussions, immediate testing of methods and fast retention of knowledge thanks to Birgit’s outstanding interactive and fun training style. Both trainings gave me greater confidence in training session design and wonderful ideas for my future training sessions.”

Zudem läßt dich Edita Bagdonaite von der Agency for Science, Innovation and Technology aus Litauen an ihren Erlebnissen mit Online und Onsite Train-the-Trainer 1 Seminaren teilhaben:

“I attended two training courses of Birgit Baumann, both 4-module live online and on-site at FFG, Vienna. Well-organised and very useful Train-the-Trainer 1 seminars for Health NCPs (National Contact Points). Excellent content and very knowledgeable trainer. I really liked Birgit Baumann’s approach. A lot of practical work and interactivity kept things interesting. The trainer made everyone feel very comfortable, able to contribute and take something away. I felt I have become more confident about making good presentations, training design and the exercises, ‘seminar games’ really helped me to improve.

Very useful – I achieved a lot and gained much from these TTT1 seminars. Great to have a trainer with such energy. Would highly recommend!”

 

Vielen Dank, liebe Vanja und liebe Edita, für euer Feedback!

So, das war’s! Jedoch nochmals als Erinnerung: Na, wie viele Stunden hab ich nun verbraten? Schicke ein e-mail bis 12. Mai an birgit.baumann@businessmind.at mit deiner Schätzung!

Na, Lust bekommen, dies auch mal zu probieren? Oder du hast es schon probiert und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Ich hoffe, du hast nach diesem Erfahrungsbericht zudem einen Eindruck gewinnen können, was dich in meiner eigenen Live-Online-Trainingsreihe „Workshop Moderation“ erwarten würde, und auch, warum der 7-teilige Kurs nicht kostenfrei angeboten wird.   🙂

Die Termine im Frühjahr sind zwar nun erstmal noch nicht zustande gekommen, aber ich habe vor, Anfang 2018 wieder neue Termine anzubieten. Wenn du Interesse hast oder noch eine Frage dazu, schreibe mir gerne unter birgit.baumann@businessmind.at oder hinterlasse hier eine Nachricht!

Herzliche Frühlingsgrüße, Birgit

[1] Für mich besteht ein wirklich großer Unterschied zwischen Webinaren und Live-Online-Trainings. Webinare kenne ich vorwiegend als One-Way Kommunikation, bei denen als einzige Interaktion ein Chat besteht. Live-Online-Trainings sollten aus meiner Sicht mehr bieten, nämlich wirkliche Interaktion, in der die Teilnehmenden wirklich aktiv einbezogen werden.

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