Die 3. BusinessMind Alumni Lounge: Kollegiale Fallberatung – 10 Schritte zur Problemlösung oder auch „Stargates, Schriftführer und Spuren im Sand“

„Es war ein toller Abend! Für mich einmal mehr verblüffend, wie man mit einer einfachen Methode, aber straffen Regeln, rasch zu guten Lösungsansätzen gelangt und es dabei kein Abdriften vom Thema oder Verzetteln gibt.“ Florian Wiesinger (International Media Relations, Wien Tourismus)

„Für mich war die Methode ein sehr effizienter Weg zu den Lösungen, nach denen ich suchte. Es ist sehr wertvoll, die Erfahrungen eines bunt gemischten ‚Beraterteams‘ mit unterschiedlichem beruflichen Background nutzen zu können. Sehr hilfreich war für mich der stufenweise Prozess, mit dem wir uns der Lösung genähert haben. Auch die Vorgabe, die Beraterin bzw. das Beraterteam beim Vortragen ihrer Ideen nicht zu unterbrechen oder das Gesagte sofort zu kommentieren, war ungemein nützlich für den Prozess und vor allem den Outcome. Danke euch allen!“ Ute Gigler, Coaching Moves

Birgits Alumni Lounges sind Inspiration und Motivation pur! Ganz in Birgits Stil haben wir prägnant, intensiv und glasklar die Methode „Kollegiale Beratung“ selbst erlebt und ausprobiert und somit praxisnah aufgearbeitet. Ein effizientes Konzept, das den Alumnis ermöglicht laufend am Ball zu bleiben und neu gelernte Methoden direkt in den beruflichen Alltag zu integrieren. Carina Schneider, Wien Tourismus

Am 11. März 2019 fand abends, wie immer von 17:30 bis 20 Uhr, die inzwischen 3. BusinessMind Alumni Lounge statt. 12 lern- und austauschwillige BusinessMind Alumnis waren wieder dabei! Diesmal trafen wir uns im blauen Salon des tollen magdas Hotel in Wien 1020 und beschäftigten uns mit dem Thema „Kollegiale Fallberatung„.

(Wer das magdas Hotel noch nicht kennt, kann hier dessen Konzept nachlesen. Nur soviel vorweg: im magdas Hotel (einer ehemaligen Krankenstation) arbeiten Menschen aus über 15 Nationen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten – oft mit Fluchthintergrund. Das Hotel ermöglicht diesen Menschen, für die es ja bekanntlich oft nicht leicht ist, Arbeit zu finden, eine Anstellung. Das Konzept beruht auf dem Grundgedanken, dass GERADE Menschen, die aus dem Ausland kommen, den Hotelbetrieb stärken. Sie bringen schließlich Fähigkeiten, Sprachen und Talente mit, die dem Hotel eine besondere Positionierung am Hotelmarkt ermöglichen. Außerdem engagiert sich das magdas stark im Bereich Upcycling. Viele der verwendeten Einrichtungsgegenstände hatten zuvor eine andere Funktion und werden nun wiederverwertet.)

Nun aber zur Methode „Kollegiale Fallberatung„. Die Kollegiale Fallberatung ist eine Methode in 10 Schritten, bei der es darum geht, dass beruflich Gleichgesinnte gemeinsam nach einer Lösung für ein konkretes Problem, einen „Fall“, suchen.

Der/die FallgeberIn schildert den KollegInnen, die als BeraterInnen fungieren, die Situation und lässt sich von ihnen beraten. Die BeraterInnen müssen dabei nicht direkt mit dem Fall zu tun haben. Eine Lösung findet sich in der Regel auch trotz (bzw. oft gerade WEGEN der Mitwirkung) „Fall-fremder“ Personen.

Zuallererst gab es aber natürlich wie immer ein Warm-Up. Diesmal mit unterschiedlichsten Bildern/Fotos aus denen jede/r eines auswählte, welches ihn/sie repräsentiert. Da gab es Stargates, die den Weg in neue Welten ermöglichen, verwirrte Spuren im Sand und EU Flaggen, die Hoffnung auf ein Zusammenhalten in Zeiten des Auseinanderbrechens versprachen.

Dann ging es allerdings – Zeit ist ja bekanntlich kostbar! – sofort in medias res.

Die ersten Schritte zur Fall-Lösung

Im ersten Schritt (5 min) wird zuallererst einmal ein Moderator/eine Moderatorin und evtl. auch einE SchriftführerIn festgelegt.

Im zweiten Schritt (10 min) schildert der/die FallgeberIn den Fall und erläutert diesen so konkret wie möglich. Während dieses Schrittes spricht NUR der/die FallgeberIn und wird keinesfalls unterbrochen– um Fragen zu stellen ist erst der nächste Schritt da!

Dies zu beachten ist essentiell. Jede auch noch so unscheinbare Frage stellt quasi bereits eine Intervention dar und kann zur Beeinflussung des Gesagten führen. Brennt dir eine Frage unter den Fingernägeln: schreib sie auf, in der nächsten Runde darfst du sie stellen!

Die ZuhörerInnen achten außerdem auf die Stimmlage, die Körperhaltung, den Tonfall des Fallgebers/der Fallgeberin, die Reihenfolge der Informationen und die eigenen Empfindungen gegenüber dem Gesagten. Alles wird mitnotiert. Auch der/die ModeratorIn notiert sich die Schlüsselfaktoren und achtet darauf, dass der/die FallgeberIn in der Erzählung nicht abdriftet (keine Nebenthemen „aufmachen“, immer schön bei der Sache bleiben!).

In Schritt 3 (5 min) darf nun nachgefragt werden: Informations- und Verständnisfragen sind erlaubt. Diskussion wird hier allerdings keine geführt. Vielmehr geht es darum, das Bild zum Fall zu vervollständigen und alle nötigen Informationen zur anstehenden Beratung zusammenzutragen.

Schriftführer Marvin notiert die wesentlichsten Punkte.

Es geht ans Eingemachte

In Schritt 4 (10 min) wird es spannend: die Gruppe der BeraterInnen diskutiert den Fall, schildert sich gegenseitig Eindrücke, bringt Assoziationen ein, sammelt erste Einfälle.

Der/die FallgeberIn sitzt ein wenig abseits und hört und schreibt mit. Und selbst, wenn es schwerfällt, etwas Gesagtes eventuell nicht sofort richtigstellen zu können: er/sie schweigt und konzentriert sich auf die Einfälle der Gruppe.

In Schritt 5 (5 min) darf der/die FallgeberIn der Gruppe Feedback geben, was er/sie von den vorgebrachten Ideen, Überlegungen und bisherigen Einfällen für sich verwenden kann und was nicht. Die BeraterInnen hören aktiv zu, antworten aber nicht.

Dann geht es in eine weitere Diskussionsrunde zwischen den BeraterInnen (Schritt 6, 10 min), die aufgrund des Feedbacks des Fallgebers / der Fallgeberin nun noch ein wenig konkreter werden kann als die erste Runde. Es geht hier also nun ganz konkret um Lösungsvorschläge. Auch hier gilt wiederum: der/die FallgeberIn schweigt, hört zu und notiert mit. Auch der/die ModeratorIn notiert die wichtigsten Punkte.

Im 7. Schritt (5 min) gibt der/die FallgeberIn noch ein weiteres Mal Feedback, bevor es im 8. Schritt (10 min) in ein gemeinsames Gespräch geht, welches dem finalen Austausch über Dinge, die unklar geblieben sind, dient. Vertiefende Lösungsansätze werden besprochen, die ersten Schritte zur Veränderung der Problemsituation werden festgelegt.

In einer Abschlussrunde (Schritt 9, 5 min) nennt jedes Gruppenmitglied eine Situation, in der es ähnliche Erfahrungen gesammelt hat. Diese Runde entlastet und verbindet die Gruppe.

Im zehnten und letzten Schritt (10 min) gibt es abschließend noch eine Runde Feedback für den/die ModeratorIn, den / die SchriftführerIn und den/die FallgeberIn. Absprachen für eine potenzielle weitere Runde werden getroffen.

Zu guter Letzt..

Die Kollegiale Fallberatung kam bei allen Alumnis gut an, da sie es ermöglicht andere Perspektiven einzunehmen und man durch die klaren Regeln und Zeitvorgaben in die Pflicht genommen wird sowohl ausreichend zuzuhören als auch ausreichend zu berichten. Für beide Rollen – sowohl FallgeberInnen als auch BeraterInnen – ist dies mitunter anfangs ungewohnt und gar nicht so einfach, doch damit umso spannender und zielführender in der Umsetzung.

Zum Abschluss der 3. BusinessMind Alumni Lounge hat uns die liebe Ute Gigler, die sich gerade mit den Coaching Moves selbständig macht, in den Hotelgarten geschickt um in der frischen Luft den Abend in Zweiergesprächen Revue passieren zu lassen. Coaching Moves („Finding yourself in nature“) bietet (das in Österreich noch relativ unbekannte) Naturcoaching und Resilienztraining und ich kann Utes Angebot an dieser Stelle nur allerwärmstens weiterempfehlen (in Kürze gibt es am Blog übrigens den einen oder anderen Beitrag von Ute, durch den du ihr Angebot noch besser kennenlernen kannst!!)

Du willst auch BusinessMind Alumni werden und in den Genuss von 2 kostenfreien Übungsabenden pro Jahr kommen? Abende, an denen wir an genialen Trainingsorten gemeinsam viel lachen, uns austauschen, voneinander lernen, um dann inspiriert bei einem kulinarischen Networking über eben Gelerntes zu reflektieren und neue Kontakte zu knüpfen?

Dann melde dich an zur BusinessMind Sommerakademie 2019:  zum Training „Workshop Moderation“ (4./5. Juli 2019) und/oder zum Training „Moderation von Großgruppen“ (8./9. Juli 2019), die jeweils bereits in die 4. Runde gehen!!

Wie die BusinessMind SommerakademieTrainings bisher gelaufen sind kannst du jeweils hier nachlesen: 2016, 2017, 2018.