Storming – Stürmische Zeiten in der 2. Phase (virtueller) Gruppenentwicklung

Anfang April haben wir mit unserer neuen Blogreihe zum Thema „Die 5 Phasen der (virtuellen) Gruppenentwicklung“ und mit Phase 1 – dem Forming – gestartet. Heute geht es dynamisch weiter mit Phase zwei, dem Storming. Richtig, es wird stürmisch.

Beim Storming geht es für deine Teilnehmenden vor allem um die Wiedererlangung ihrer Individualität und Eigenständigkeit.

Das heißt konkret, dass nach der allerersten Phase des Kennenlernens, dem ersten Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Sitznachbar*innen bzw. den anderen Gesichtern am Screen, nun erst einmal wieder die individuellen Bedürfnisse in den Vordergrund rücken.

Deine Teilnehmenden finden ihre Rolle in der Gruppe – freiwillig oder unfreiwillig. Sie müssen abwägen zwischen ihrer Perspektive, ihren Interessen, und denen der Gruppe.

Individualität vs. Verbundenheit

Der Event geht los und es geht wieder in erster Linie darum „Warum bin ICH eigentlich hier?“. Jetzt gilt es, sich zu konzentrieren und mitzunehmen, was ICH mitnehmen will, Fokus auf MICH ist angesagt.

In dieser Phase treten gerne schon mal negative Reaktionen gegenüber der Führung oder Positionskämpfe auf.

Eine Gruppe Menschen an einem Tisch, mit Laptops. Sie diskutieren lebhaft.

Jede*r versucht seinen/ihren Platz in der Gruppe zu finden. Deine Teilnehmenden stellen sich unbewußt folgende Fragen:

  • Bin ich die, die mit-kommentiert, Fragen stellt und die Aussagen der Trainerin hinterfragt?
  • Oder halte ich mich lieber im Hintergrund und nervt mich der Typ, der ständig dazwischen quatscht?
  • Was ist meine Position im Gruppengefüge?
  • Welche Rolle nehme ich ein?

In der anschließenden Norming Phase entsteht in weiterer Folge auch Klarheit über die Positionen/Ränge in der Gruppe (alles natürlich auf einem sehr subtilen, unbewussten Level). Ein erstes Gerangel darüber finden wir hingegen bereits in der Storming Phase.

Lies dazu auch gerne in einem der älteren Blogartikel zum Thema Rangdynamik nach, was es mit den unterschiedlichen Positionen (wie z.B. Alpha, Beta, Gamma und Omega) in Gruppen auf sich hat.

Kapitän*in im Sturm

Mit dem Schritt in eine neue Phase der gruppendynamischen Entwicklung ändert sich auch der Anspruch an die anzuwendenden Methoden.

Auch hier empfiehlt es sich zuallererst einmal, sich die Zeit zu nehmen, die entstehende Gruppendynamik entsprechend zu adressieren und zu „bespielen“. Was es dich jetzt an Zeit kostet, sparst du dir später an unproduktiven Konflikten, die entstehen, weil z.B. Bedenken und Befürchten nicht ernst genommen und adäquat adressiert wurden.

Als Moderator*in / Trainer*in kann es sein, dass du quasi als Mediator*in fungieren musst, insbesondere, wenn die Event-Ziele in Frage gestellt werden.

In dieser Phase gilt es auch, ALLE zu Wort kommen zu lassen. In Kleingruppen (nutze dazu die Funktion der Break Out Rooms) kommen auch zurückhaltende Teilnehmer*innen zu Wort und können sich einbringen. Im Plenum, sprich deine Teilnehmenden direkt an, um sie einzubinden.

Weitere Tipps & Methoden für die Storming-Phase

Als Methoden für die Storming Phase eignen sich zum Beispiel die Kopfstand oder die Dreams & Nightmares Methode. Hier auch noch ein Praxisbericht zur Kopfstandmethode.

Beide Methoden haben wir bereits in mehreren früheren Blogartikeln beschrieben (siehe hinterlegte Links oben). Diese lassen sich ausgezeichnet in den virtuellen Raum übertragen. Siehe dazu auch das nachstehende Bild. Hier haben wir mal wieder mit einem unserer Lieblingstools PADLET gearbeitet.

Ein PADLET mit den gesammelten Dreams & Nightmares der Teilnehmenden

Nicht jede Gruppe durchläuft übrigens die Storming Phase. Wenn sich deine Teilnehmenden bereits gut kennen und schon öfters zusammengearbeitet haben, kann sie auch schon mal wegfallen, da die Gruppe diese Phase bereits hinter sich hat und die Positionen/Ränge bereits klar verteilt sind.

Allerdings kann es auch trotz klarer Positionsverteilung noch zu einer kurzen Stormingphase kommen, zB. wenn die Expertisen im spezifischen Event anders verteilt sind oder neue Personen mit im Boot sind.

Wichtig für dich als Trainer*in/Moderator*in ist vor allem: Auch wenn du die Positionen erkannt hast, stecke deine Teilnehmenden nicht in Schubladen, sondern arbeite mit ihren Stärken!

Wir freuen uns auf deine Erfahrungen zur Storming Phase und weitere Ideen für Methoden – teile gerne deine Kommentare mit uns!

Alles Liebe,
dein BusinessMind Team

Fünf Menschen aus der Vogelperspektive, die mit ihren Laptops an einem Tisch sitzen