Diesmal kannst du sogar mehrere Impressionen, wertvolle Hinweise und Tipps vom Trainer Kongress in Berlin 2017  von 2 Trainerinnen lesen, und zwar von Melanie Büscher, Trainerin aus Kopenhagen und – wie ich – NCP-Academy Trainerin, und von mir. Wir berichten kurz über folgende Kongress-Sessions:

  1. Innerlich frei – ungeliebte Seiten annehmen (link)
  2. Das mache ich nicht mehr! Re-Positionierung für „alte Hasen“ (link)
  3. Professionelle Videos mit dem Smartphone – für Trainer (link)
  4. Alternativen zu PowerPoint: Inhalte merk-würdig vermitteln (link)
  5. Bei Störungen ist es am besten man hat keine – Wie Sie mit schwierigen Teilnehmern umgehen (link)
  6. Kreative Methoden für die Gruppenarbeit und Gruppenaufteilung – Lebendige und lustige Präsentationen nach kreativer und effektiver Gruppenarbeit (link)
  7. Top Ten – meine Lieblingsspiele aus 20 Jahren Training – Wirkungsvolle Spielereien für Trainings aller Art (link)

 

Lass mich einleitend feststellen, dass ich am Samstag, 18. März 2017, schon das 6. Mal beim Trainer Kongress in Berlin war, sozusagen als mehrfache Wiederholungstäterin. Und das hat selbstverständlich Gründe, da ich immer wieder inspiriert werde, aber auch Bestätigung für meine bisherigen Aktivitäten finde. Und so bin ich auch schon für 2018 (23. und 24. März) angemeldet.

Der Trainer Kongress dauert immer 2 Tage, wobei ich mir meist den Samstag aussuche. Das umfangreiche vielfältige Programm würde jedoch auch genügend Futter für beide Tage bieten.

Ich habe aus den 4 Sessions, die ich besucht habe, ein paar Punkte rausgezogen, die auch dich interessieren könnten:

1. Innerlich frei– ungeliebte Seiten annehmen mit Ulrike Scheuermann

„Menschen verurteilen sich dafür, nicht ständig im Dauerglück zu sein.“, so Ulrike. Doch auch unsere ungeliebten Seiten gehören zum Leben. Das Gute und Schlechte gehört zusammen. Und unser Selbstwertgefühl hängt oft mit äußeren Faktoren zusammen, und ist daher an einem dünnen Faden aufgehängt, auch wenn der Grundsatz existieren sollte „Ich bin wertvoll, weil ich existiere.“

In dieser Session gab es nicht nur kurzen theoretischen Input von Ulrike, sondern wir führten auch mit einer aktuellen individuellen „Herausforderung“ eine kurze Logosynthese-Übung durch. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, kannst du auf Ulrike’s Homepage oder auch in ihrem Buch nachlesen. Das Buch habe ich übrigens schon gelesen und ich habe darin einiges zum Reflektieren gefunden.

2. Das mache ich nicht mehr! Re-Positionierung für „alte Hasen“ mit Katrin Fehlau 

Mittlerweile sehe ich mich doch als alte Häsin mit jahrelanger Trainings- und Moderationserfahrung, die zusammen mit ca. 15 anderen TrainerInnen diese Session besucht hat. Mit Freude und Erleichterung ging ich dann raus, da mir einfach mehr als bewusst wurde, dass ich in den letzten Jahren meine Hausaufgaben gemacht habe, v.a. in strategischer Hinsicht, und ich nicht mit Herausforderungen zu kämpfen habe wie manch andere, die auch schon lange im Geschäft sind. Und nicht nur das! Ich mache meinen Job nach wie vor mit viel Freude und Begeisterung und er ist für mich eher Berufung als Beruf.

Ich habe mich als Expertin für Moderation und Training positioniert und meinen USP erarbeitet, der sich ganz klar aus meiner Biographie, meinen Werten und meiner Begeisterung für Themen rund ums Lernen, Moderieren und um Gruppen ergibt.

Und letztes Jahr habe ich ausführliche Gespräche mit meinen StammkundInnen geführt, die mir dankenswerterweise ihre Zeit und viele wertvolle Einsichten zur Verfügung gestellt haben. Die Erkenntnisse daraus sind wieder ins Trainingsdesign, in neue Produkte (z.B. Live-Online-Trainings ) aber auch ins Marketing eingeflossen.

3. Professionelle Videos mit dem Smartphone – für Trainer mit Michael Witzke & Konstantin Ristl

Diese Session war voll von praktischen und sofort umsetzbaren Tipps, die mich nun endlich in die Lage versetzen, auch selbst ein paar kurze Videos zu drehen. Ich habe das ja schon länger vor, um z. B. Methoden noch anschaulicher beschreiben zu können bzw. eventuell auch, um den Trainingstransfer noch weiter zu verbessern.

Und hier kommen schon die Tipps. Der Wichtigste vorab: Jedes Video sollte maximal 2 Minuten dauern! Danach sinkt die Aufmerksamkeit frappant bzw. deine ZuseherInnen und ZuhörerInnen steigen ganz aus, wie Statistiken belegen.

  1. „Der Ton macht die Musik“: Rede in ein Ansteckmikrofon für einen wirklich klaren, gut verständlichen Ton!
  2. Optimales Licht, das v.a. das Gesicht ausleuchtet. Das kann man z.B. mit LED-Spots oder einfachen Fotolampen machen, idealerweise 2 Stück, die dich leicht von oben und von der Seite beleuchten
  3. Immer im Querformat und ruhig Dazu benötigt man ein Stativ mit einem speziellen Arm, wo man das Handy fixieren kann.
  4. Sprich jede Person einzeln an (also DU oder SIE), da jene, die sich dein Video ansehen, dies ja meist alleine tun, und nicht in Gruppen.
  5. Variiere das Szenario und befolge die sogenannte Drittelregel, d. h. positioniere dich im rechten oder linken Drittel des Filmes und lasse über deinem Kopf noch ein klein wenig Platz frei. Auch reicht es, wenn die Aufnahme nur deinen Oberkörper zeigt. Daneben kannst du ein Flipchart positionieren, oder später mit einer Videoschnitt-Software noch Text einfügen.

Also, was sind meine nächsten Schritte: ich besorge mir die Ausstattung dafür, die ca. 250 € kostet (nebst Smartphone) und werde dann meine ersten Selbstversuche starten. Einen Versuch gab es ja schon. Dafür hatte sich allerdings netterweise mein Kunde Manfred Stadler von den Innovationcoaches zur Verfügung gestellt und von seinen Workshop- und Trainingserfahrungen mit mir berichtet. Aber zugegebenermaßen haben wir das Video nur halb-professional hinbekommen, was allerdings nicht an ihm lag :-).

Was zudem spannend klang, war die Software Blink.it für zusätzliche Transfermaßnahmen im Training. Ich werde mir diese sicherlich in den nächsten Wochen genauer ansehen und vielleicht anschaffen, damit ich dich vor und nach den Trainings noch besser begleiten kann.

4. Alternativen zu PowerPoint: Inhalte merk-würdig vermitteln mit Barbara Messer

MERK-WÜRDIG waren die Methoden auf alle Fälle, welche die Trainerin Barbara Messer vorstellte. Eine davon, eine wirklich außergewöhnliche – nämlich „Fensterputzer“ siehst du auf nachstehendem Foto:

Die Plakate mit einigen der vorgestellten Methoden wurden von außen angebracht. Tja, das ist natürlich aufwändig und es sollte nicht gegen das Fenster regnen.

Gut gefallen hat mir auch die „Museumsinsel“, wobei Gegenstände, die mit dem jeweiligen Trainingsthema zu tun haben, auf einem Tisch liegen und dann die Assoziationen besprochen werden (s. obiges Bild und nachstehendes Huhn).

Plakate wurden auf einer Wäscheleine aufgehängt oder einzeln – zusammen mit einer Performance – zu einer Pinwand getragen und dort kurz befestigt.

Diese Methode nannte sie „PowerPoint Persiflage“. Also, wenn ich eins weiß, dann das, dass ihre Botschaften mit diesen vielfältigen Methoden sicherlich besser verankert wurden als mit einer PowerPoint Schlacht. Wenn du dich mehr in diese merk-würdigen Methoden vertiefen möchtest, dann schau in Barbara’s Buch, oder auch in mein Buch!

Und nun folgt der Input von Trainerin Melanie Büscher, die zum ersten Mal beim Trainer Kongress in Berlin dabei war.

 

5. Bei Störungen ist es am besten man hat keine – Wie Sie mit schwierigen Teilnehmern umgehen mit Michael Rossié   

„Das ist doch alles Blödsinn!!!“ Manchmal, und insbesondere wenn die TeilnehmerInnen nicht ganz freiwillig beim Seminar sind und sich daher der Sinn und die Anwendbarkeit für ihren Bereich nicht sofort erschliesst, kann man als TrainerIn auf Widerstand stoßen. Dies kommt nicht oft vor, ist dann aber besonders stressig für TeilnehmerInnen und TrainerIn.

Michael vermittelte klar und überzeugend, wie wichtig es ist, als TrainerIn eventuelle Störungen nicht zu ignorieren, sondern konkret anzusprechen. Allerdings nicht auf der Sachebene, sondern auf der Gefühlsebene. In den seltensten Fällen geht es nämlich um den Inhalt oder den Trainer (als TrainerIn muss man natürlich immer inhaltlich gut vorbereitet und fachlich kompetent sein, so dass man eben keinen Blödsinn redet), sondern um andere Faktoren. Vielleicht gehört ein bisschen Mut dazu, die unterliegenden Gefühle anzusprechen. TrainerIn und TeilnehmerInnen kennen sich ja normalerweise nicht persönlich. Doch wie Michael sagte, so bedeutet die Anerkennung der Gefühle in 9 von 10 Fällen, dass irritierte TeilnehmerInnen sich ernst genommen fühlen und wieder konstruktiv beitragen können.

Und vielleicht kann man diesen Tipp ja auch mit in die eigene Beziehung nehmen, wenn es mal wieder scheinbar darum geht, dass die benutzte Kaffeetasse schon wieder nicht in die Geschirrspülmaschine gestellt worden ist…

6. Kreative Methoden für die Gruppenarbeit und Gruppenaufteilung – Lebendige und lustige Präsentationen nach kreativer und effektiver Gruppenarbeit mit Zamyat M. Klein

Bei meinen eigenen Trainings lege ich immer viel Wert darauf, dass jede einzelne Methode einen klaren Sinn und Zweck hat – und deshalb bin ich persönlich bei besonders kreativen und farbenreichen Methoden immer ein bisschen skeptisch. „Die Methoden folgen den Zielen“, wie auch Birgit immer wieder sagt und zeigt.

Bei kreativen Methoden, wo die TeilnehmerInnen Bewegung, Klänge und Überraschungseffekte einsetzen sollen, muss der/die TrainerIn daher noch besser wissen, was genau unterstützt und erreicht werden soll. Es ist jedoch ohne Zweifel, dass Gruppen, die Seminarthemen kreativ aufbereiten und darstellen müssen, die Essenz des Themas erkannt und verstanden haben müssen. Ansonsten kann man es auch nicht z. B. mittels eines Rap-Gesanges, eines Sketches, einer menschlichen Maschine oder eines Flipcharts (fast) ohne geschriebenen Text darstellen. Es liegt für die Gruppe also sehr viel inhaltliches Arbeiten, Diskutieren und Lernen in der Vorbereitung – und die Darstellung macht dann eben auch Spaß und gibt den TeilnehmerInnen viel Energie. Schön z. B. für den Abschluss eines Seminars.

 

7. Top Ten – meine Lieblingsspiele aus 20 Jahren Training – Wirkungsvolle Spielereien für Trainings aller Art mit Axel Rachow

„Spiele“ mag ich wie schon erwähnt nicht unbedingt in Trainings. Aktivitäten müssen schon einen echten Mehrwert für die TeilnehmerInnen ermöglichen, und sind nicht zur Unterhaltung da. So auch bei Axel. Besonders faszinierend war für mich sein durchgehender Fokus auf Metaphern und Bildersprache. Er zeigte uns z. B. seinen Werkzeugkoffer, in dem er zahlreiche kleine Gebrauchsgegenstände mit dabei hat. Er setzt ihn gerne zu Beginn eines Seminars ein, wo seine TeilnehmerInnen dann selbst verschiedene Gegenstände aus dem Koffer auswählen, die für sie eine Symbolkraft bezüglich des Seminarthemas haben – z. B. das Mobiltelefon als Symbol für (mangelnde) Kommunikation im Team, oder der Spielzeug-Dinosaurier als Symbol für die veralteten Produktionsprozesse in der Firma.

Axel hat immer den gleichen Koffer dabei – aber seine TeilnehmerInnen geben den Gegenständen ganz unterschiedliche Bedeutung. Immer gleich ist jedoch, dass diese einfache Übung schon zu Beginn eines Seminars den TeilnehmerInnen – und uns als TrainerInnen – zeigt, wo die grössten Herausforderungen, aber eben auch Möglichkeiten in der Auseinandersetzung mit dem Seminarthema liegen.

 

So viel von Melanie. Herzlichen Dank für deine Beiträge!

 

Der denk-würdige und unglaublich lustige Abschluss wurde– wie auch schon die letzten Male – vom Impro-Theater frei.wild gestaltet. Einfach sensationell!

So, das war’s zum diesjährigen Trainer Kongress in Berlin. Wenn du neugierig auf die letztjährigen bist, dann kannst du hier 2016 nachlesen, und hier 2015 (diesen hatte meine Mitarbeiterin Nicole Schmidt verfasst) sowie 2014.

Solltest du den Kongress schon selbst besucht haben, dann hinterlasse doch nachstehend deine Impressionen! Wenn nicht, dann hoffe ich, dass wir uns 2018 dort treffen!

Herzlichst, Birgit Baumann

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