Die Kopfstand-Technik angewandt – ein Praxisbericht

Wann immer ich bei meinen KundInnen nachfrage, zu welchem Moderationsthema sie sich Updates wünschen kommt mit 100%iger Sicherheit immer eines: Methoden, Methoden, Methoden.

Klar, hier geht es schließlich auch darum, sich vorne hinzustellen und etwas anzuwenden, das man mitunter vor einigen Wochen oder Monaten das letzte (und oft auch das ERSTE) Mal ausprobiert hat. Und nun soll man plötzlich so tun, als wäre man ExpertIn darin.

Hier gilt natürlich der ewige Grundsatz: “Übung macht den/die MeisterIn!”, aber ein bißchen Unterstützung hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet 🙂 Deshalb hier ein Rückblick auf eine meiner Lieblingsmethoden: die Kopfstand-Technik.

Für einen kurzen Erfahrungsbericht, habe ich diesmal wieder eine Gast”schreiberin” eingeladen. Sie wendet die Kopfstand-Technik immer wieder einmal in ihren Trainings an. Wie es ihr dabei geht? Lies selbst!

Gastbeitrag Astrid Hoebertz

Trainerin der FFG Akademie, Leitung Training „Antragstellung in Horizon 2020 – Schwerpunkt kooperative Projekte“

Die Kopfstand Methode habe ich schon mehrmals erfolgreich in unseren Trainings angewandt – sie sorgt immer wieder zuerst für ein bisschen Verwunderung, warum da jetzt eine „negative“ Frage steht, aber führt letztendlich zu sehr guten Ergebnissen, und auch zu „anderen“ Ergebnissen als normale, positive Fragen oder Brainstorming-Methoden!

In der FFG Akademie leite ich die Trainings zu „Antragstellung in Horizon 2020 – Schwerpunkt kooperative Projekte“. Diese Trainings dauern 2 Tage, und die TeilnehmerInnen sind Personen, die in naher Zukunft einen Forschungsantrag in Horizon 2020 schreiben wollen. Horizon 2020 ist ein Forschungsprogramm der EU, und fördert Forschungsprojekte, wo mehrere Partner aus mehreren europäischen Ländern gemeinsam an bestimmten Fragestellungen „forschen“ und kooperieren. Meistens sind diese Gruppen bzw. Konsortien recht groß, zwischen 5 und 20 verschiedene europäische Organisationen, die von einem/r KoordinatorIn geleitet werden.

Was macht ein schlechtes Konsortium aus?

Eine Phase unseres Trainings beschäftigt sich daher mit dem Thema „Europäisches Projektteam“, und dabei wenden wir auch 1x die Kopfstandmethode an, um die Leute einerseits zum Nachdenken anzuregen, und andererseits auch Erfahrungen zu reflektieren, die der eine oder die andere vielleicht schon gemacht hat. Als Einstieg ins Thema werden die Teilnehmenden aufgefordert, im Rahmen eines Brainwalks Ihre Gedanken zu verschiedenen Fragestellungen aufzuschreiben, und eine davon ist auch eine „Kopfstandfrage“ (an sich werden also verschiedene Techniken gemischt…ein Brainwalk mit einer Kopfstandfrage….Birgit Baumann würde dies wahrscheinlich nicht gutheißen 🙂 ). (Anmerkung Birgit: Oh doch! Mach ich selbst ja auch! Allerdings muss man dabei immer noch das Ziel vor Augen haben und wissen, WARUM man das macht. Klingt trivial, ist es aber nicht. :-))

Unsere Kopfstandfrage lautet: „Was macht ein schlechtes Konsortium aus?“. Laut Birgit’s Video hätten wir diese Frage im Nachhinein noch provokanter stellen können, aber sie liefert auch so schon immer sehr gute Ergebnisse. Es scheint die Leute mehr zum Denken anzuregen, wenn die Frage negativ gestellt ist…(ob dies der Natur des Menschen besser liegt ist eine andere Frage…). Ich bin mir sicher, wir hätten ganz andere, weniger brauchbare, Ergebnisse bekommen, wenn wir gefragt hätten „Wie schaut ein super Konsortium aus?“.

Die Antworten auf unsere Kopfstandfrage regen meist zum Schmunzeln an, und verankern sich dann, wenn das ganze danach ins Positive und zu konkreten Empfehlungen umgewandelt wird, sicher mehr in den Köpfen als andersherum.

Zusammengefasst kann ich diese Methode also wärmstens empfehlen!

Vielen Dank für dieses super konkrete Beispiel, liebe Astrid!

Herzlichst, Birgit