Die Basis für’s zielorientierte Arbeiten – die Norming Phase der Gruppenentwicklung

Willkommen zurück bei unserer BusinessMind Blogserie zur (virtuellen) Gruppenentwicklung. Nachdem wir schon die Phasen des Formings und Stormings durchlaufen haben, geht es heute weiter mit der dritten Phase: dem Norming.

Nachdem nun halbwegs klar ist, wer wie tickt, alle Konflikte gelöst und Unklarheiten beseitigt sind (das haben deine Teilnehmer:innen während der Storming Phase erledigt), können sie sich nun (natürlich alles unbewusst) in ihre jeweilige Rolle hinein entspannen und die Gruppe ist damit auf einem guten Weg, die Ziele des virtuellen Zusammentreffens kooperativ anzugehen.

Deine Teilnehmer:innen haben in den ersten beiden Phasen einen ersten Eindruck von den Stärken und Schwächen der anderen gewonnen, und können mit diesen nun entsprechend arbeiten.

Als Moderator:in kannst du dies unterstützen, indem du die Teilnehmer:innen anhand ihrer jeweiligen Stärken und Schwächen in Break Out Sessions schickst, in denen sie sich gegenseitig unterstützen und inspirieren können. Hier empfiehlt sich eine gute Durchmischung, damit du nicht alle deine Omegas (lies dazu auch nochmals im Blogartikel zur Rangdynamik nach dem Modell von Raoul Schindler nach) auf einem Haufen hast, oder lauter Newcomer bzw. nur erfahrene Teilnehmer:innen.

Profi hilft Newcomer

Verwendest du beispielsweise ein virtuelles kollaboratives Tool wie miro oder PADLET, frage in einem Vorab-Fragebogen die Erfahrungen deiner Teilnehmer:innen mit besagtem Tool ab und mische die erfahreneren Personen mit den Unerfahrenen. Dann kann sich die Gruppe gegenseitig unterstützen, anstatt dass andauernd du selbst ran musst und somit mitunter wertvolle Zeit verlierst.

So trägst du auch dazu bei, dass deine Gruppe nicht wieder zurück in die Storming Phase fällt, weil die eine oder andere Person bei einer Übung nicht mitkommt.

Hole dir dazu aber auf alle Fälle Unterstützung von einem technischen Support, der für dich im Hintergrund die Zuteilung der Break Out Sessions übernimmt, damit du dich voll und ganz auf die Moderation konzentrieren kannst.

Deine Rolle in der Norming Phase

In dieser Phase geht es also in erster Linie darum, die in der Storming-Phase entstandenen Beziehungen zu festigen und ein Abgleiten in schlechte Gewohnheiten oder Konflikte zu vermeiden. Deine Teilnehmer:innen fühlen sich in der Regel wohl in ihrer Haut, sie trauen sich mehr zu, interagieren mehr, was dazu führt, dass dir selbst erstmalig ein wenig mehr Zeit bleibt, ohne jede Situation micro-managen zu müssen.

Was deinen Moderationsstil betrifft heisst das also, dass du dich von der stark leitenden Rolle der ersten beiden Phasen ein wenig zurückziehen und die Expertise deiner Teilnehmer:innen mehr ausnützen kannst.

Konzentrier dich darauf, das Selbstvertrauen deiner Teilnehmer:innen zu stärken. Die Norming Phase ist auch ein guter Zeitpunkt, den Teilnehmer:innen schwierigere und kompliziertere Aufgaben in Eigenregie zu übertragen.

Methode meets Meeting rules

Eine gute Methode für die Norming Phase ist beispielsweise das Brainwalking. Bei dieser Abwandlung des klassischen Brainstormings folgt auf eine Runde individueller Gedankensammlung (zB. auf einem virtuellen Whiteboard) eine Runde Kleingruppenarbeit, in der die individuellen Gedankensammlungen geclustert, ergänzt und analysiert werden. Diese Übung stellt damit eine gute Verbindung zwischen Storming und Norming Phase her: individuelle Gedanken werden kollektiv bearbeitet. Die Person, die gerne eine führende Rolle einnimmt, kann nach der Gruppenübung die Ergebnisse im Plenum präsentieren.

Den genauen Ablauf des Brainwalkings kannst du in diesem Blogartikel nachlesen.

Erleichtert wird die Zusammenarbeit in der Norming Phase durch klare Spielregeln. Diese solltest du im besten Fall gemeinsam mit der Gruppe festlegen und – falls du ein virtuelles Whiteboard verwendest – entsprechend visualisieren. Wenn du nicht die Zeit hast, Spielregeln gemeinsam festzulegen, hole dir auf alle Fälle die Zustimmung deiner Teilnehmer:innen zu den von dir vorgeschlagenen Spielregeln ab.

Mit Berücksichtigung all dieser Tipps solltest du ganz gut durch die Norming Phase kommen und bist somit bereit für die vierte Phase, das Performing, welches wir dir in einem der nächsten Blogartikel näher vorstellen werden.

Wir freuen uns auf deine Erfahrungen zur Norming Phase und weitere Ideen für Methoden – teile gerne deine Kommentare mit uns!

Alles Liebe,
dein BusinessMind Team

Ein Buch, eine Sanduhr, ein Richterhammer.